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21. Februar 2019

Hauser: "Die Tourismuswirtschaft mit wirtschaftlich realistischeren Abschreibungsdauern weiter entlasten"

„Wir haben uns sehr engagiert für Reformen für die Tourismuswirtschaft eingesetzt und schon vieles erreicht“, teilt Tourismusausschussobmann Nationalrat Mag. Gerald Hauser in einer Aussendung mit. Beispiele seien die Senkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungs- und Campingumsätze von 13 auf wieder 10 Prozent, die Regionalisierung der Mangelberufsliste und die Entlastung bei den Lohnnebenkosten.

Gäste und Wettbewerb lassen lange Zeit zwischen Erneuerung und Produktanpassung nicht zu

Die Tourismuswirtschaft sei durch die letzte SPÖ-ÖVP-Regierung massiv belastet worden, beispielsweise durch die im Jahr 2016 auf 40 Jahre verlängerte Abschreibungsdauer für Gebäudeinvestitionen. Die Zeiträume zwischen Erneuerung und Produktanpassung seien zu lang und untragbar. Insbesondere könnten die häufigen kurzlebigen Komfort- und Designanpassungen, die in der heutigen Reisewelt nötig seien, nicht regelmäßig durchgeführt werden. Der durchschnittliche Investitionszyklus von Hotels sei von 10 bis 15 Jahren in den 80-er und 90-er Jahren in den letzten 10 Jahren drastisch auf 5 bis 7 Jahre gesunken. „40 Jahre Abschreibungsdauer gehen vollkommen an der Realität vorbei, unsere Urlauber und der internationale Wettbewerb lassen derart lange Zeiträume nicht zu“, betont Hauser. Komfort- und Designanpassungen für kurze Zeiten seien heutzutage nötig, könnten aber derzeit leider nicht regelmäßig durchgeführt werden. Der durchschnittliche Investitionszyklus von Hotels sei von 10 bis 15 Jahren in den 80-er und 90-er Jahren in den letzten 10 Jahren auf 5 bis 7 Jahre gesunken. Bei Mitarbeiterunterkünften sei die Gebäudeabschreibung auf 66,7 Jahre (!) erhöht worden, was die Mitarbeiter-Rekrutierung zusätzlich erschwere. Und die Finanzierung von Mitarbeiterhäusern für betriebseigene Arbeitnehmer werde wegen des derart langen Zeitraums fast verunmöglicht.

Im Regierungsprogramm sei auch die Anpassung der Abschreibungszeiträume an tatsächliche Nutzungsdauern in der laufenden Legislaturperiode festgelegt worden, erinnert Hauser. Thomas Reisenzahn, der als Experte eingeladen worden ist, hat dazu im Tourismusausschuss seinen Vorschlag einer funktionalen AfA präsentiert. Reisenzahn ist Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung GmbH, der größten Tourismusberatung im Land.

Das Modell einer funktionalen AfA ist ein interessanter Zugang
Das Modell beinhaltet: Nutzungsdauer der Gebäude wieder auf 33 Jahre senken, Nutzungsdauer bei Personalwohnhäusern/Mitarbeiterwohnungen von derzeit 66,7 vollkommen unrealistischen Jahren auf 33 Jahre senken, funktionale AfA für sich schnell abnutzende Komponenten (z. B. Wellnessanlagen in der Hotellerie, technische Komponenten) ermöglichen, um die Besteuerung von Scheingewinnen zu verhindern. Der Vorschlag bemisst laut Reisenzahn zum Beispiel die beweglichen Wirtschaftsgüter grundsätzlich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, sie ist unter Berücksichtigung der besonderen betrieblichen Verhältnisse zu schätzen.

„Ein Beispiel für funktionale AfA sind die AfA-Tabellen in Deutschland, wo die Dauer der Abschreibung für jedes Wirtschaftsgut definiert ist, die Abschreibungsdauer beträgt für eine Badewanne zum Beispiel zehn Jahre“, schildert NR Hauser Er sei für wirtschaftlich realistischere Abschreibungsdauern, die funktionale AfA sei ein interessanter Zugang, der auf jeden Fall diskussionswürdig sei.

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