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Wurm: "Golowitschs Buch „Südtirol – Opfer politischer Erpressung“ offenbart den Verrat der ÖVP an Südtirol"

Am 8. Februar stellte der Publizist und Südtirol-Experte Dr. Helmut Golowitsch seinen letzten Band einer beeindruckenden Trilogie um die Machenschaften rund um die Südtirol-Politik der Nachkriegsjahre in Österreich vor.

Aufgrund der Erwartungshaltung, geweckt durch die Veröffentlichung der ersten beiden Bände, stieß die Präsentation auf großes Interesse.

„Das jüngste Werk „Südtirol – Opfer politischer Erpressung“ lässt keinen Zweifel daran, dass die Südtirol-Politik Österreichs – hier vor allem geprägt durch die Außenpolitik der ÖVP – einen unfassbaren Verrat an den Interessen Südtirols und Österreichs beging“, stellte der freiheitliche Südtirol Sprecher NAbg. Peter Wurm heute fest.

So spielte der aus Wien stammende Kartonagenfabrikant Rudolf Moser hinter den Kulissen des politischen Alltagsgeschäftes eine besonders unrühmliche Rolle.

Der einstige Gauführer der ostmärkischen Sturmscharen war damals rasch zum Vertrauensmann der ÖVP avanciert und von seiner Partei wurde ihm alsbald die Rolle als Vermittler zum italienischen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi zugewiesen. Original-Dokumente, die Golowitsch bei seinem Vortrag vorlegte, belegen nun eindeutig, dass die ÖVP die österreichische Forderung nach Rückgabe Südtirols gegenüber Italien nie wirklich ernst genommen hatte. „Vor Wahlen zeigte man sich zwar äußerst patriotisch und forderte besonders in Tirol permanent die Landeseinheit, übte jedoch gleichzeitig den Verrat am eigenen Volk, indem man mit Italien insgeheim bereits eine – wie auch immer geartete – Autonomie ausverhandelt hatte!“, stellt Wurm empört fest. So konnte der Autor in seinem Buch unter anderem den Beweis dafür erbringen, dass die Übergabe der 155.000 Südtiroler Unterschriften für die Rückkehr Südtirols zu Österreich an Bundeskanzler Leopold Figl, lediglich eine gut inszenierte PR-Aktion war, um Stimmen für die Wahl zu lukrieren. Dass die Würfel diesbezüglich bereits gefallen waren, belegt Golowitsch anhand der Auswertung einer Reihe hochbrisanter Unterlagen. Sie stammen direkt aus dem privaten Nachlass des damaligen Unterhändlers Rudolph Moser und geben einen tiefen Einblick in die diplomatischen Vorgänge der damaligen Zeit. Gerade die Regierung unter Josef Klaus (ÖVP) spielte in Sachen Südtirol eine denkbar unrühmliche Rolle. Das Südtirol-Problem sollte so schnell wie möglich vom Tisch. Italien hatte spätestens 1969 von Österreich nachhaltige Maßnahmen – unter anderem eine Änderung der österreichischen Rechtsordnung, Vorbeugehaft und das Verbot weiterer Pro-Südtirol-Kundgebungen – gegen die Südtirol Aktivisten gefordert. „Es ist auch aus heutiger Sicht noch immer ein riesiger Skandal, dass das damalige österreichische Innenministerium geheim auf Polizeiebene eine gegen Österreicher und Südtiroler gerichtete Rechtshilfe an Italien leistete, die in diesen politischen Fällen rechtlich noch nicht einmal zulässig war“, so Wurm. „Aus Angst, Italien könnte die Bemühungen Österreichs für einen Beitritt zur EWG boykottieren, waren im Besonderen die Regierung Klaus und darin Staatssekretär Franz Hetzenauer (ÖVP) bemüht, diesen Forderungen uneingeschränkt und auf Kosten Südtirols nachzukommen“, stellte Wurm fest.

„Für die FPÖ war und ist Südtirol stets eine echte Herzensangelegenheit. Dies zeigte sich vor allem auch durch die Verankerung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler im Regierungsprogramm während der FPÖ-Regierungsbeteiligung. Von solchen Bemühungen um den Schutz der österreichischen Minderheit und der Möglichkeit einer Doppelstaatsbürgerschaft hört man nun unter grüner Regierungsbeteiligung plötzlich nichts mehr. Die ÖVP spielt also auch jetzt wieder ein falsches Spiel. Trotz zahlreicher Versprechen im Wahlkampf, den Doppelpass umsetzen zu wollen, scheint Bundeskanzler Kurz nun kein Interesse daran mehr zu haben, sich daran zu halten. „Ein im Juli 2019 im Nationalrat mit den Stimmen der ÖVP beschlossener Antrag dazu, wird einfach ignoriert. Wir werden das jedoch nicht zulassen. Die Menschen in Südtirol haben endlich eine Politik der Transparenz und Ehrlichkeit verdient!“, so Wurm abschließend.

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