02. August 2026 | Landtag, Bezirke

Gang: „Zeit haben sie bis 2044, Geld haben sie keines.“

FPÖ-Gemeindesprecher LAbg. Bgm. Gang fordert LH Mattle auf, gegenüber Markus Söder und der deutschen Bundesregierung eine verbindliche Finanzierung des Brenner-Nordzulaufs einzumahnen.

Mit deutlichen Worten reagiert der Bürgermeister von Kramsach und FPÖ-Gemeindesprecher im Tiroler Landtag, LAbg. Bgm. Andreas Gang, auf den nun vorliegenden Bericht des deutschen Verkehrsministeriums zum Brenner-Nordzulauf. Die Kosten werden mit bis zu 16,2 Milliarden Euro veranschlagt, in der aktuellen Finanzplanung sind mittelfristig jedoch keine Haushaltsmittel für die Umsetzung verfügbar.

„Zeit haben sie bis 2044, Geld haben sie keines. Die Einreichung könnte 2028 erfolgen, der Baubeginn frühestens 2034 und die Inbetriebnahme 2043 oder 2044 – wenn überhaupt. Man spricht von Wirtschaftlichkeit und sinnvollen Varianten, doch sobald es um die Finanzierung geht, ist die Kasse leer“, hält Gang fest und führt aus, dass, während Österreich und Italien den Brenner-Basistunnel vorantreiben, der nördliche Zulauf in Bayern finanziell zu verhungern drohe und Tirol sowie die gesamte Transitwirtschaft die Leidtragenden seien: „Ein europäisches Jahrhundertprojekt kann nicht funktionieren, wenn ein zentraler Abschnitt auf unbestimmte Zeit ohne Finanzierung bleibt. Entweder Deutschland will den Brenner-Nordzulauf, dann muss es das Geld bereitstellen, oder es muss ehrlich sagen, dass es das Projekt weiter auf die lange Bank schiebt.“

Die ablehnende Haltung der Bürgerinitiativen im Landkreis Rosenheim sei ernst zu nehmen, auch wenn Ministerium und Eisenbahn-Bundesamt keine Alternative zur Vorzugsvariante sähen. Sie dürfe jedoch nicht zum Vorwand für weitere Verzögerungen werden. Gang appelliert abschließend: „Herr Söder, ist das Ihr Verständnis von verlässlicher Infrastrukturpolitik? Wer den Brenner-Nordzulauf will, muss auch das Geld dafür bereitstellen. Alles andere ist für mich reine Verantwortungslosigkeit. Landeshauptmann Anton Mattle ist gefordert, gegenüber München und Berlin einen verbindlichen Finanzierungs- und Zeitplan einzufordern.“

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