FPÖ-Landesparteiobmann KO Mag. Markus Abwerzger reagiert scharf auf die Ankündigung von Landeshauptmann Anton Mattle, die Tiroler Volkspartei nach CSU-Vorbild inhaltlich von der Bundes-ÖVP abzusetzen und sich ein eigenes Grundsatzprogramm zu geben.
„Das ist lächerlich. Jahrelang trägt die Tiroler ÖVP unter Mattles Führung alles brav und widerspruchlos mit, was aus Wien kommt, wie die Zentralisierung der Gesundheitskasse, Ausdünnung des ländlichen Raums, Vorschriftenflut, den fatalen Budgetkurs der Bundespartei. Und ein Jahr vor der Landtagswahl gibt es plötzlich die große Kindesweglegung. Die ÖVP versucht wieder einmal, die Leute für dumm zu verkaufen“, so Abwerzger.
Gerade beim Abstimmungsverhalten der Tiroler ÖVP-Nationalräte sei kein Unterschied zur Bundeslinie erkennbar. Mattle und seine Partei hätten die Entwicklungen, über die sie jetzt öffentlich klagen, selbst mitgetragen oder zumindest nicht ernsthaft bekämpft.
„Wer Mattle wählt, bekommt selbstverständlich die Stocker-ÖVP. Das ist keine Emanzipation, das ist ein billiger Taschenspielertrick zu Lasten der Ehrlichkeit in der Politik. Ein Parteitag im November und ein Brief an die eigenen Mitglieder ändern nichts daran, dass die Tiroler Volkspartei Teil desselben Systems ist, das sie jetzt auf Distanz bringen will“, betont der FPÖ-Landeschef.
Abwerzger sieht darin kein Bekenntnis zu mehr Eigenständigkeit Tirols, sondern taktisches Kalkül: „Wieder mehr Tirol“ sei eine leere Formel, solange dieselbe Partei in Wien und Innsbruck denselben Kurs fahre. Die Tiroler Bevölkerung brauche keine Show-Abgrenzung, sondern eine Politik, die tatsächlich den Interessen des Landes Vorrang vor Parteiräson und Bundesvorgaben gebe.