Abwerzger zu MCI-Gipfel: „Mattles Sanierungsmodell ist der teure Irrweg, der Campus die ehrlichere Lösung!“

Wer nächste Woche im Landhaus das Vier-Standort-Modell durchwinkt, zementiert die Zersplitterung für die nächsten Jahrzehnte. Tirols unternehmerische Hochschule hat einen Campus verdient, keinen Mietkompromiss.“

Vor dem Trägergipfel zum MCI im Landhaus kritisiert FPÖ-Landesparteiobmann KO LAbg. Mag. Markus Abwerzger die Haltung von Landeshauptmann Mattle scharf. Das Land will den Trägern vorschlagen, die bestehenden, großteils angemieteten Standorte zu sanieren, 18.800 Quadratmeter Nutzfläche auf vier Adressen, Kostenpunkt für das Land mindestens neun Millionen Euro pro Jahr. „Das ist keine Hochschulentwicklung, das ist die Fortsetzung eines bildungspolitischen Supergaus auf Raten“, so Abwerzger.

Auslöser der neuerlichen Kritik ist ein Brief von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Christoph Achammer an Mattle, der auch den MCI-Trägern vorliegt. Der Tiroler Architekt und langjährige Universitätslehrer bezeichnet das Vier-Standort-Konzept als „zweifellos alles andere als zukunftsorientiert“. Ein Neubau mit 19.400 Quadratmetern Nutzfläche, mehr Fläche als im Landesmodell, sei ohne Tiefgarage aus heutiger Sicht um 180 Millionen Euro inklusive Einrichtung, Nebenkosten und Mehrwertsteuer errichtbar. Die dafür nötige Jahresmiete liege bei rund neun Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Realisieren solle das Vorhaben die Bundesimmobiliengesellschaft.

„Wenn Sanierung und Neubau in der jährlichen Belastung gleichauf liegen, das Land beim Neubau aber mehr Fläche, einen Standort und öffentliches Eigentum statt Dauermiete bei privaten Investoren bekommt, dann ist Mattles Plan B endgültig entzaubert. Verlieren tun Studierende, Lehrende und der Steuerzahler. Die Sanierung der alten Hauptpost bleibt eine Schnapsidee. Aus einem Kieselstein wird kein Diamant, und aus vier Notstandorten wird kein Wissenschaftsstandort“, so Abwerzger.

Abwerzger wirft Mattle und der schwarz-roten Landesregierung vor, dem MCI jede Vision als Prestigeprojekt des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Tirol zu verweigern. Mattle habe den Neubau wegen angeblich nicht finanzierbarer Kosten abgesagt und gemeinsam mit LHStv. Wohlgemuth auf Nachverdichtung und die Hauptpost gesetzt. „Zehn Jahre Stillstand, abgebrochene Dialoge und ein Paket, das privates Eigentum mit öffentlichem Geld aufwertet: Das ist keine Standortpolitik, das ist das Eingeständnis, dass ÖVP und SPÖ für das MCI keine Idee mehr haben.“

Der FPÖ-Obmann erinnert daran, dass die Freiheitlichen den überteuerten Ursprungsansatz stets abgelehnt, einen tragfähigen Neubau aber nie aufgegeben haben. „Der Neubau des MCI ist für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol absolut unverzichtbar. Was wir brauchen, ist kein Weiterwurschteln in Fremdimmobilien, sondern ein Neubau Neu: schlank kalkuliert, an einem Standort, in professioneller Bauherrschaft der BIG und im Eigentum der öffentlichen Hand.“ 

Abwerzger fordert die Träger (WK, AK, IV, Stadt Innsbruck, Universität Innsbruck und Land) auf, Achammers Alternative beim Gipfel nicht vom Tisch zu wischen. „Wer nächste Woche im Landhaus das Vier-Standort-Modell durchwinkt, zementiert die Zersplitterung für die nächsten Jahrzehnte. Tirols unternehmerische Hochschule hat einen Campus verdient, keinen Mietkompromiss.“

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