Tirols FPÖ-Landesparteiobmann KO LAbg. Mag. Markus Abwerzger begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Landesregierung, erstmals eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für suchtgefährdete und konsumierende Kinder unter 14 Jahren in Tirol zu schaffen. „Es handelt sich im Prinzip um eine notwendige und längst überfällige Maßnahme“, so Abwerzger. „Ich hatte eigentlich angenommen, dass dieses Projekt bereits umgesetzt ist und läuft. Dass die Landesregierung nun drei spezialisierte Betreuungsplätze bei ZESA einrichtet und dafür rund 800.000 Euro bereitstellt, ist ein deutliches Signal. Dennoch bleibt ein großes Problem: Das Angebot beruht weiterhin ausschließlich auf Freiwilligkeit“.
Der FPÖ-Landesparteiobmann kritisiert, dass schwer drogenabhängige Kinder und Jugendliche, die sich noch mitten in der Pubertät befinden und bereits straffällig werden, in den allermeisten Fällen nicht freiwillig zu einer Therapie zu bewegen sind. „Wenn Jugendliche ihre Sucht als Krankheit nicht einsehen und das Angebot einfach nicht annehmen, gibt es mit dieser Form keine Möglichkeit, sie auch gegen ihren Willen einer Therapie zuzuführen“, betont Abwerzger. „Überleben zu sichern und weiteren Schaden zu vermeiden, wie es ZESA-Geschäftsführer Marco Uhl formuliert, ist wichtig – reicht aber allein nicht aus“.
Abwerzger fordert deshalb klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die einen gewissen Zwang ermöglichen: „Es braucht die Herabsetzung der Strafmündigkeit in Kombination mit therapeutischen und sozialarbeiterischen Maßnahmen – genau wie es das Vorbild in der Jugendarbeit in der Schweiz seit Jahren erfolgreich vorsieht“. Halbe Maßnahmen seien vergeudete Zeit. „Wer dem dramatischen Drogenproblem bei immer jüngeren Kindern wirklich Herr werden will, muss die Diskussion ohne ideologische Scheuklappen führen. Dazu ist die SPÖ offenbar nicht bereit“.
Abwerzger abschließend: „Die Tiroler FPÖ steht für eine konsequente Drogenpolitik, die nicht nur hilft, sondern wo nötig auch durchgreift. Kinderleben zu retten darf keine Frage der Ideologie sein“.