Im Parlament in Wien wurde am 28. Mai 2026 das 20-jährige Bestehen des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes gefeiert. Für den Freiheitlichen Sprecher für Behindertenwesen im Tiroler Landtag, LAbg. StR. Alexander Gamper, war die Veranstaltung Arbeitsauftrag: „Rechte müssen im Alltag ankommen – bei Barrierefreiheit, Teilhabe, verständlichen Informationen und wirksamer Unterstützung“.
Mit Verweis auf die von Behindertenanwältin Mag. Christine Steger angesprochenen Reformpunkte – darunter bessere Rechtsdurchsetzung, ein wirksamer Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch, geringere Prozesskostenrisiken, verbindliche Standards bei der Österreichischen Gebärdensprache sowie ein harmonisierter Gleichbehandlungsschutz zwischen Bund und Ländern – betont Gamper: „Das zeigt deutlich: Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um spürbare Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen“.
Dass er als einziger Tiroler Abgeordneter an der Veranstaltung teilgenommen habe, sei für Gamper ein ernüchterndes Signal: „Wenn bei einem derart wichtigen Anlass zur Behindertengleichstellung keine breitere Präsenz an Tiroler Abgeordneten zustande kommt, wird offenbar, dass dieses Thema politisch noch nicht jene Gewichtung erhält, die ihm zustehen sollte. Die Anliegen von Menschen mit Behinderungen brauchen Aufmerksamkeit über Parteigrenzen hinweg – nicht nur bei Jubiläen, sondern in der täglichen politischen Arbeit“.
Auf Landesebene ortet Gamper klare Ansatzpunkte, die sich in mehreren bereits vorgebrachten Freiheitlichen Kernanliegen und Forderungen widerspiegeln: keine Kürzungen bei Leistungen für Menschen mit Behinderungen, die konsequente Umsetzung des Tiroler Teilhabegesetzes, eine transparente und ausgebaute Förderstruktur im Behindertensport, barrierefreie öffentliche Einrichtungen, leistbare und barrierearme Mobilität, bessere Rahmenbedingungen in der Behindertenarbeit sowie eine stärkere Einbindung von Menschen mit Behinderungen im Landes- und Gemeindedienst.
Abschließend nimmt Gamper die Tiroler Landesregierung in die Pflicht: „Nach 20 Jahren Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz braucht es keine bloße Rückschau, sondern konkrete Umsetzungsschritte in Tirol. Barrierefreiheit, verständliche Informationen, wirksame Unterstützung und Teilhabe müssen im Alltag spürbar werden. Behindertenpolitik darf in Tirol kein Randthema bleiben“.