Im Lichte der bis 30. Juni 2027 geltenden Anerkennung theoretischer landesrechtlicher Sachkundenachweise übt FPÖ-Tierschutzsprecher LAbg. StR. Alexander Gamper scharfe Kritik am Tiroler Modell: „Der Tiroler ÖVP-Sachkundenachweis für Hundebesitzer ist ein Murks sondergleichen. Von Anfang an falsch aufgesetzt, wurde dieses Monstrum unter der damaligen ÖVP-Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf der Wirtschaftskammer Tirol umgehängt und über das WIFI angeboten. Bis heute bietet das WIFI den theoretischen Tiroler Sachkundenachweis mit lediglich drei Online-Unterrichtseinheiten zu je 50 Minuten an – ein 08/15-Kurs, der an Inhaltslosigkeit kaum zu überbieten ist. Für diesen politischen Blindflug müssen auch noch die Hundebesitzer zahlen.“
Schon im Antrag des FPÖ-Landtagsklubs betreffend „Hundehaltung in Tirol“ vom November 2023 zielten die Freiheitlichen auf eine bundesweit adäquate Lösung für große und verhaltensauffällige Hunde mit der Österreichischen Tierärztekammer, dem Österreichischen Gebrauchshundesportverband (ÖGV), dem Österreichischen Verein für Deutsche Schäferhunde (SVÖ), dem Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) und der DOGAUDIT ab. Gamper verweist darauf, dass klare Qualifikationskriterien für Ausbildungs- und Prüfstellen sowie aussagekräftige Wesenstests zur Überprüfung der Umweltverträglichkeit und Alltagstauglichkeit gefordert wurden, und betont: „Wir wollten diese Fachleute schon damals mit an Bord holen. Ihre Arbeit stärkt das Zusammenspiel zwischen Hundeführer, Hund und Zivilgesellschaft, die Akzeptanz und die Kameradschaftspflege in den notwendigen Vereinsstrukturen.“
Für die Tiroler Umsetzung appelliert Gamper daher abschließend: „Wir verlangen weiterhin eine saubere Abstimmung und breite Diskussion. Es kann nicht sein, dass ein einziges Institut allein entscheidet, welche Hundetrainer für die Sachkundekurse anerkannt werden.“ Über Sachkundenachweise sollten die Fachleute untereinander entscheiden. Die Politik müsse nur einen sauberen Rahmen schaffen und politisches Personal ohne Fachkenntnis habe sich aus diesen Entscheidungen herauszuhalten.