04. Mai 2026 | Landtag, Bezirke, Kufstein

Gang: „Beim Natura-2000-Management muss nicht nur der Plan stimmen, sondern auch der Vollzug.“

Beantwortung von Landesrat René Zumtobel auf die schriftliche Anfrage des FPÖ-Umweltsprechers, LAbg. Bgm. Gang, legt Defizite bei Ressourceneinsatz, Monitoring und Vollzugsdarstellung offen.

Die Beantwortung der schriftlichen Anfrage von LAbg. Bgm. Andreas Gang, Sprecher für Umwelt und Nachhaltigkeit der FPÖ im Tiroler Landtag, zu den Tiroler Natura-2000-Gebieten offenbart aus Sicht der Tiroler Freiheitlichen diverse Punkte, bei welchen weiterer Präzisierungs- und Transparenzbedarf besteht. „Natura 2000 ist ein unionsrechtlich hochreguliertes Schutzregime mit teils erheblichen Auswirkungen auf Grundeigentümer, Bewirtschafter, Gemeinden und Projektwerber. Gerade deshalb muss dessen Vollzug organisatorisch nachvollziehbar und fachlich transparent ausgestaltet sein“, erörtert Gang und sieht dabei insbesondere kritisch, dass der konkrete Umsetzungsstand der Erhaltungsziele und Managementmaßnahmen nicht gebietsbezogen dargestellt, sondern im Wesentlichen auf bestehende Verordnungen und Managementpläne verwiesen wird.  

Hinzu komme, dass bis zur Erlassung konkreter Erhaltungszielverordnungen teils weiterhin bloß die in den Standarddatenblättern enthaltenen Schutzgüter als Erhaltungsziel gelten. Dies unterstreiche aus Sicht Gangs den Bedarf nach größtmöglicher Klarheit und Vollständigkeit in der Schutzgebietsverwaltung. Auch die Ressourcenfrage werfe weitere Unklarheiten auf: Laut Anfragebeantwortung sei für Natura-2000-Gebiete innerhalb von Naturparks und des Nationalparks eine seriöse gebietsgenaue Abschätzung der Personalressourcen nicht möglich; für kleinere, nicht an Naturparks angegliederte Natura-2000-Gebiete würden zusammen lediglich 1,35 Vollzeitäquivalente ausgewiesen.  

Verbesserungspotenzial ortet der Freiheitliche zudem bei der Aktualität der Datengrundlagen: Öffentlich veröffentlicht sei gegenwärtig lediglich der Monitoringbericht für 2013 bis 2018; der Bericht für 2019 bis 2024 befinde sich noch in Fertigstellung. „Ein wirksames Schutzgebietsmanagement muss auf möglichst aktuellen Evaluierungsdaten beruhen. Auffällig ist überdies, dass seit 2020 nur für vier der 18 Tiroler Natura-2000-Gebiete Verträglichkeitsprüfungen ausgewiesen wurden“, erklärt Gang und verweist abschließend darauf, dass auch konkrete Nachfragen zu möglichen Natura-2000-relevanten Entwicklungen im Bereich des Rofangebirges mangels flurtechnischer Zuordenbarkeit nicht inhaltlich beantwortet wurden.

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