Der Freiheitliche Wirtschaftssprecher im Tiroler Landtag, LAbg. Bgm. Andreas Gang, übt Kritik an LH-Stv. Philip Wohlgemuth. Dieser beschreibe zwar die hohen Preise, die die Tiroler Bevölkerung an der Tankstelle, beim Lebensmitteleinkauf, bei der Pelletsbestellung und auf dem Wohnungsmarkt täglich spüre, ziehe daraus jedoch die falschen Schlüsse. „Ein weiterer Sitzungstermin eines zuletzt im November 2023 zusammengetretenen Gremiums wird daran kaum etwas ändern. Darüber hinaus ist wohl gut die Hälfte des Gremiums nicht mehr aktiv. Wer den Anti-Teuerungsrat nach Jahren der schwarz-roten Regierungsverantwortung als Lösung präsentiert, verwechselt Diagnose und Therapie. Der Rat hat Zuschüsse empfohlen, die Ursachen des Tirol-Aufschlags jedoch nicht beseitigt. Ein Beispiel haben wir in Tirol selbst in der Hand: Die Tiroler Landesabgabe zum ORF-Beitrag – die Kulturförderungsabgabe – könnte auf Landesebene gesenkt oder abgeschafft werden.“
Gang verweist auf strukturelle Gründe: „Tirol ist teuer, weil Angebot und Kostenstruktur teuer sind, nicht weil ein Gremium fehlt.“ Beim Wohnen lägen über 30 Millionen Quadratmeter gewidmetes, unbebautes Bauland brach, während Grundstückspreise, Mieten und Baukosten durch Auflagen, lange Verfahren und fehlende Mobilisierung stiegen, erklärt Gang, der weiters hervorhebt: „Wer leistbares Wohnen will, muss Bauland aktivieren, Spekulation begrenzen und Bauen entbürokratisieren – nicht nur Beihilfen nachschieben.“ Bei Energie und Pellets seien Steuern, Abgaben und Transportkosten sowie die Energiewende mitverantwortlich. Gleichzeitig müsse die Tiroler Wasserkraft genutzt und ausgebaut werden. Bei Sprit und Lebensmitteln nennt Gang die Mineralölsteuer, CO2-Bepreisung, alpine Logistik, hohe Lohnnebenkosten und eine hohe Marktkonzentration.
„Eine Kommission, die ‚genauer hinschaut‘, ersetzt keine Entlastung. Bei einer neuerlichen Einberufung muss auch klar kommuniziert werden, wer an den Beratungen teilnimmt, nachbesetzt wird und welche Institutionen vertreten sind“, betont Gang und appelliert an die Landesregierung, die Umsetzung dieser vier Forderungen der FPÖ zu forcieren: „Erstens gilt es, Steuern und Abgaben besonders bei Energie und Mobilität zu senken. Zweitens braucht es die Mobilisierung von Bauland, kürzere Verfahren und eine Überprüfung überzogener Standards. Drittens ist die heimische Energieversorgung zu stärken, statt sich auf Subventionen zu beschränken. Viertens müssen Wirtschaft und Arbeit entlastet werden, damit Löhne und Preise nicht weiter auseinanderlaufen.“