Scharfe Kritik übt die FPÖ Tirol an einer Werbeaktion der NEOS zum Schulstart in Jenbach. Dort wurden Schultüten an Passanten verteilt, die unter anderem Geodreiecke mit groß aufgedrucktem NEOS-Logo enthielten. Für den Generalsekretär der FPÖ Tirol, KR LAbg. Patrick Haslwanter, ist klar: „Dass politische Parteien im öffentlichen Raum Werbematerial verteilen, ist legitim. Eine Grenze wird allerdings dort überschritten, wo gezielt Gegenstände verteilt werden, die für den täglichen Gebrauch von Schülern bestimmt sind und dadurch politische Werbung direkt in die Klassenzimmer getragen wird. Die NEOS wissen ganz genau, dass ein Geodreieck nicht zu Hause in der Schublade verschwindet, sondern im Federpennal landet und anschließend im Unterricht verwendet wird. Damit wird das eigene Parteilogo ganz bewusst über Kinder und Jugendliche in die Schulen getragen. Das ist geschmacklos und politisch völlig daneben.“
Besonders problematisch sei, dass Kinder damit faktisch zu Werbeträgern einer politischen Partei gemacht würden. Schulen müssten Orte der Bildung, der freien Meinungsbildung und der sachlichen politischen Auseinandersetzung bleiben und keine Werbeflächen für Parteien. „Wer politische Werbung machen will, soll das vor dem Supermarkt, am Infostand oder auf Veranstaltungen tun. Aber Kinder mit Parteimaterial auszustatten, das sie tagtäglich im Unterricht verwenden sollen, ist eine rote Linie. Unsere Klassenzimmer sind keine kostenlosen Werbeflächen für die NEOS, dies müsste der NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr, MA, wissen, dass diese Wahlwerbemethode juristisch und noch mehr moralisch grenzwertig ist.“
Unabhängig davon, wie die Aktion im Detail rechtlich zu bewerten ist, müsse es einen politischen Grundkonsens geben, Schulen weitestgehend von parteipolitischer Werbung freizuhalten. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sei besondere Sensibilität geboten. Haslwanter fordert daher die NEOS auf, auf derartige Aktionen künftig zu verzichten und politische Werbung nicht gezielt über Schulmaterialien in die Klassenzimmer zu transportieren. „Politische Bildung: ja. Parteipolitische Dauerwerbung im Klassenzimmer: nein.“