Die Freiheitliche Frauensprecherin LAbg. Gudrun Kofler, BA fordert eine grundlegende Neuaufstellung der Finanzierung der Tiroler Frauenhäuser. Anlass ist die neuerliche öffentliche Debatte über die Kosten, die betroffenen Frauen während ihres Aufenthalts verrechnet werden. Für Kofler ist insbesondere die derzeitige Praxis, wonach erwerbstätige Frauen ihren Aufenthalt selbst bezahlen müssen, nicht länger tragbar.
„Eine Frau, die den Mut aufbringt, sich und ihr Kind aus einer Gewaltbeziehung zu retten, darf nicht anschließend mit Kosten von mehr als 1.200 Euro im Monat konfrontiert werden. Wer arbeitet und deshalb keinen Anspruch auf Mindestsicherung hat, darf nicht auch noch finanziell dafür bestraft werden. Das ist sozialpolitisch völlig verkehrt und für die Betroffenen eine zusätzliche Belastung in einer ohnehin extrem schwierigen Situation“, erklärt Kofler.
Nach den bekannten Sätzen von 20,60 Euro pro Nacht und Person, auch für Kinder, entstünden Kosten für eine erwerbstätige Mutter mit einem Kind von rund 1.236 Euro im Monat. Mindestsicherungsbezieherinnen werden entlastet. Erwerbstätige Frauen stünden somit im Regen: Sie hätten ein Einkommen, das oft nicht reiche, um die Flucht zu finanzieren, und zahlten trotzdem den vollen Tagsatz.
„Damit werden gerade jene Frauen benachteiligt, die zwar ein eigenes Einkommen haben, dieses aber dringend für Wohnung, Kinder und den Aufbau eines neuen Lebens benötigen.“ klagt Kofler.
Kofler verweist auf die Steiermark. Dort sei der Aufenthalt im Frauenhaus für die Betroffenen kostenlos. Das Land finanziere die Einrichtungen über einen gesetzlich festgelegten Tagsatz an die Träger, aktuell 114,48 Euro je Frau und Minderjährigem und Tag. Die Frau müsse sich nicht erst durch Anspruchsprüfungen kämpfen, bevor sie Schutz bekomme. Die Häuser haben eine planbare öffentliche Finanzierung.
„Genau das brauchen wir in Tirol: Schutz geht vor Kassenprüfung. Das Land soll die Einrichtungen ausfinanzieren, statt erwerbstätigen Frauen eine Hotelrechnung für die Flucht vor Gewalt auszustellen“, so Kofler. Die FPÖ-Frauensprecherin verlangt von der Landesregierung den kostenfreien Aufenthalt in Frauenhäusern und Schutzwohnungen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder, unabhängig vom Erwerbsstatus und die Umstellung auf Landesfinanzierung nach steirischem Muster: gesetzlich geregelter Tagsatz an die Träger statt Selbstbehalt der Bewohnerinnen. Die volle Kompensation der wegfallenden Bewohnerinnenbeiträge durch eine erhöhte Sockelsubvention, damit der Betrieb nicht von Spenden abhängt und den Vorrang für Frauen, die in Tirol leben und arbeiten und aus wirtschaftlichen Gründen nicht gehen können.
„Wer den Mut zur Trennung und Lösung aus einer Gewaltbeziehung aufbringt, darf nicht ärmer dastehen als zuvor! Es ist Pflicht des Landes, Frauen und Kindern einen sicheren Platz zu geben, ohne dass die berufstätige Mutter dafür ihr letztes Geld opfert. Die Steiermark zeigt, dass das geht. Tirol soll das übernehmen, rasch und ohne Ausreden“, so Kofler abschließend.