Die Tiroler FPÖ-Landtagsabgeordnete und Südtirolsprecherin Gudrun Kofler, BA, übt scharfe Kritik an der Beantwortung ihrer Anfrage 311/2026 zur Euregio-Kampagne „Tirol reicht bis zum Gardasee“.
„Es geht nicht darum, die Euregio oder den gemeinsamen Tiroler Kultur- und Lebensraum kleinzureden. Im Gegenteil: Die Euregio ist eine europäische Antwort auf eine Teilung Tirols, die 1919 gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung beschlossen wurde. Gerade deshalb und aus historischer Verantwortung darf dieser gemeinsame Raum nicht zu einem bloßen Werbegag verkommen“, erklärt Kofler.
Laut Anfragebeantwortung seien für das umstrittene Posting zwei Mitarbeiter und lediglich 0,25 Arbeitsstunden – also 15 Minuten – aufgewendet worden. Gleichzeitig bleibe offen, wer den Inhalt politisch freigegeben habe und ob Landeshauptmann Anton Mattle als Euregio-Verantwortlicher vorab eingebunden gewesen sei.
„Wer mit der Zerreißung Tirols, der Annexion Süd- und Welschtirols, der gewaltsamen Unterdrückung und dem jahrzehntelangen Kampf um Autonomie hantiert, braucht historische Sorgfalt und Sensibilität. Fünfzehn Minuten sind dafür kein Arbeitsaufwand, sondern ein politischer Offenbarungseid“, so Kofler.
Nach dem Südtirol-Skandal der Tirol Werbung, wo Südtirol als fremdes, anderes Land betitelt wurde, hätte die Landesregierung ihre Kontrollmechanismen verschärfen müssen. Stattdessen gebe es erneut unklare Zuständigkeiten, ausweichende Antworten und ein angebliches Vier-Augen-Prinzip, das offenkundig versagt habe.
„Die Anfragebeantwortung des LH dauerte 3,5 Stunden und damit vierzehnmal so lange wie die Erstellung des Postings. Trotzdem schafft es Mattle nicht, die entscheidende Frage zu beantworten: Wer hat dieses Posting genehmigt. Das ist keine Transparenz, sondern eine Verhöhnung des Fragerechts der Abgeordneten“, kritisiert Kofler.
Kofler fordert die vollständige Offenlegung der Erstellungs- und Freigabekette, eine klare Stellungnahme Mattles sowie eine verbindliche externe Sensitivitätsprüfung bei allen Kommunikationsmaßnahmen mit Südtirol- und Euregio-Bezug.
„Die Geschichte Tirols ist kein Material für billige Aufmerksamkeit. Wer sie politisch vermarktet, ohne ihre Wunden und ihre Bedeutung zu respektieren, handelt verantwortungslos und schadet dem Ansehen des Landes“, so Kofler abschließend.