03. August 2026 | Nationalrat, Bezirke

Ranzmaier: „Mobilitätseingeschränkte Menschen stehen am Bahnhof Kufstein am Abstellgleis.“

Ständig defekte Aufzüge, fehlende Informationen und keine absehbare Lösung für die Anbindung von Zell – parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Peter Hanke sowie Anfrage im Kufsteiner Gemeinderat angekündigt.

Die ständigen Lift-Ausfälle am Bahnhof Kufstein sorgen erneut für massive Kritik. Nun meldet sich auch FPÖ-Nationalratsabgeordneter und Kufsteiner Gemeinderat Christofer Ranzmaier zu Wort, an den sich in den vergangenen Wochen mehrere Betroffene direkt gewandt haben: „Wer mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schwerem Gepäck unterwegs ist, muss sich am Kufsteiner Bahnhof offenbar regelmäßig auf böse Überraschungen einstellen. Eine derart wichtige Verkehrsdrehscheibe darf nicht laufend an ihrer grundlegenden Barrierefreiheit scheitern. Betroffenen zufolge sind die Liftanlagen mittlerweile quasi an mehr Tagen außer Betrieb als sie störungsfrei funktionieren“, zeigt sich Ranzmaier fassungslos.  

Dabei sei jedoch nicht nur der Aufzug auf den Zeller Steg betroffen: „Auch die Lifte innerhalb des Bahnhofs fallen regelmäßig aus. Für Menschen, die zwingend auf diese Anlagen angewiesen sind, bedeutet das im schlimmsten Fall, dass sie ihren Zug nicht erreichen, den Bahnsteig nicht wechseln können oder vor Ort plötzlich ohne zumutbare Alternative dastehen.“  

Besonders unverständlich sei die mangelhafte Information durch die ÖBB. An anderen Bahnhöfen, etwa in Innsbruck, würden defekte Aufzüge zumindest über die ÖBB-App angezeigt. „Das behebt den Schaden zwar nicht, macht die Situation für Betroffene aber wenigstens planbarer. In Kufstein erfahren viele Menschen offenbar erst direkt vor dem defekten Lift, dass ihr Weg versperrt ist. Die ÖBB scheitert in Kufstein derzeit gleich doppelt: an funktionierenden Aufzügen und an einer vernünftigen Information der Fahrgäste“, so Ranzmaier.  

Auch bei der langfristigen Anbindung des Stadtteils Zell sei keine tragfähige Lösung in Sicht. Die Planungen für einen neuen Zeller Steg lägen derart weit in der Zukunft, dass das Projekt trotz jahrelanger Gespräche noch nicht einmal im aktuellen ÖBB-Rahmenplan aufscheine, „es sei denn, es wurde geschickt als 'Wendeanlage' getarnt. Vor knapp drei Jahren schon bekamen wir die Überlegungen von Kufstein mobil im städtischen Verkehrsausschuss präsentiert. Seit Jahren wird aber nur geredet, geprüft und aneinander vorbei verhandelt. Gleichzeitig gibt es weder eine dauerhaft funktionierende Liftanlage noch einen konkreten Zeitplan für eine neue, barrierefreie Verbindung, die auch die zum Bahnhof gehörende ‚Park & Ride-Anlage‘ miteinbezieht. Das is kein Konzept, sondern organisierter Stillstand, den nicht allein die ÖBB, sondern wie Ranzmaier aus Hintergrundgesprächen weiß, auch die Stadtgemeinde Kufstein und Kufstein mobil zu verantworten haben.“  

„Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Die ÖBB und der Verkehrsminister sowie auch die Verantwortlichen in Kufstein müssen endlich in die Gänge kommen. Kufstein braucht keinen weiteren jahrelangen Ankündigungsprozess, sondern funktionierende Aufzüge, transparente Information und eine verbindliche, vernünftig umsetzbare Lösung für den Stadtteil Zell und ‚Park & Ride‘. Deshalb werde ich sowohl im Nationalrat als auch im Gemeinderat mittels entsprechender Anfragen der Chronik dieses politischen Versagens auf den Grund gehen“, erklärt Ranzmaier abschließend.

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